The World Challenge V
&
3rd Giant Jackpot
15. - 24. Januar 1999
Das Finale des Giant Jackpots zwischen Jerry Grandell und Leonid Riskin wurde am Samstag per Video in den großen Spielsaal übertragen und von Nack Ballard kommentiert. Nack machte das Finale zu einem unterhaltsamen Erlebnis für viele Zuschauer, die mehr und mehr von Nack´s humorvollen Bemerkungen amüsiert waren, je stärker der Amerikaner dem türkischen Wein zusprach.
Der Buchmacher gab 5 für 10 für eine Wette auf Jerry Grandell und 14 für 10 auf Leonid Riskin. Kein Wunder, daß bei diesen Quoten keiner auf einen Sieg des Schweden setzen wollte.

Diagram 10
Leonid Riskin (13) |
Jerry Grandell (18) |
25-point match
Weiß ist am Wurf.
Cube action?!
Bei einer 18:13 Führung für Jerry Grandell versäumte es Leonid, den Schweden für ein voreiliges Doppel zu bestrafen.
Jerry doppelte in der in Diagramm 10 dargestellten Position als Besitzer der weißen Steine etwas zu früh.
Die weiße Stellung ist stark genug, um im Spiel um Geld ein Doppel aus der Mitte, nicht aber ein Redoppel zu rechtfertigen. Die schwarze Stellung ist stabil und Weiß kann nur wenige Partien gammon gewinnen.
Bei einer 18:13-Führung hat Weiß noch kein Doppel, weil der Takepoint von Schwarz ca. 2% tiefer als im Spiel um Geld liegt. Schwarz kann also beim aktuellen Matchstand ein Doppel mit bedeutend weniger Gewinnchancen annehmen als im Spiel um Geld. Deshalb kann Weiß mit einer Dopplung ruhig auf eine bessere Gelegenheit warten. Diese bessere Gelegenheit ergibt sich meist, falls Schwarz Probleme bekommt, beide defensiven Punkte zu halten.
Der Doppler von Jerry Grandell zeigt wiederum die optimistische Grund-einstellung des Schweden. Leonid nahm an, versäumte allerdings den besten Zug nach einem Treffer auf dem 13er-Punkt.

Diagram 11
Leonid Riskin (13) |
Jerry Grandell (18) |
25-point match
Schwarz muß 6-5 ziehen.
Leonid (Schwarz) mußte eine 6-5 in der in Diagramm 11 abgebildeten Position spielen.
Der korrekte Zug ist, den 6er-Punkt angeslottet zu lassen und den Besitzer der weißen Steine nach dem Verbleiben auf der
Bar aus der Partie zu doppeln.
Leonid schlug mit der Sechs (18/12*) und zog mit der Fünf das Blot aus dem 6er-Punkt (6/1).
Jerry kam nach einigen Tänzern auf der Bar mit einem Flugtreffer wieder ins Spiel, gewann die Partie leicht und zog auf 20:13 davon.

Diagram 12
Leonid Riskin (13) |
Jerry Grandell (20) |
25-point match
Schwarz muß 5-1 ziehen.
Im folgenden Spiel mußte Leonid Riskin (Schwarz) eine 5-1 in der in Diagramm 12 dargestellten Position ziehen.
Schwarz sollte den Anker auf dem 24er-Punkt verlassen, um Schüsse zu bekommen, falls Weiß eine Zwei wirft.
Leonid blieb mit zwei Steinen auf dem 24er-Punkt stehen, und der Schwede würfelte zweimal eine Zwei und mußte keinen Schuß lassen. Als Jerry dann zwei Steine auf dem 3er-Punkt hatte, verließ Leonid Riskin fälschlicherweise den Anker auf dem 24er-Punkt mit einem Stein. Jerry Grandell gewann ein Backgammon und ging durch die drei gewonnenen Punkte mit 23:13 in Führung. Der Schwede gewann die folgenden zwei Spiele und gewann den Giant Jackpot ohne viele Probleme.
Der World Cup Challenge V startete am Dienstag - aber nur für diejenigen Spieler, die kein Freilos im 103er Champions Feld hatten. Man spielte an diesem Tag bis auf die letzten 64 herunter, weil Abraham Eitan geplant hatte, die letzten 64 auf dem Gala Dinner am Mittwoch in der Auktion zu versteigern.
The World Cup Challenge V Sheet of the Last 32
| Odis Chenault | |||||
| Olivier Egger | |||||
| Olivier Egger | |||||
| Daniel Kuchen | |||||
| Daniel Kuchen | |||||
| Daniel Kuchen | |||||
| Bob Glass | |||||
| Jerry Grandell | |||||
| Jerry Grandell | |||||
| Jerry Grandell | |||||
| Ion Ressu | |||||
| Jerry Grandell | |||||
| Ismet Demirel | |||||
| Shahab Godsi | |||||
| Shahab Godsi | |||||
| Jerry Grandell | |||||
| Phil Laak | |||||
| Phil Laak | |||||
| Morten Daugbjerg | |||||
| Chris Ternel | |||||
| Dimitry Rats | |||||
| Chris Ternel | |||||
| Chris Ternel | |||||
| Chris Ternel | |||||
| Nima Moghaddam | |||||
| Nima Moghaddam | |||||
| Selo | |||||
| Nack Ballard | |||||
| Nack Ballard | |||||
| Nack Ballard | |||||
| Leonid Riskin | |||||
| Jerry Grandell | |||||
| Gianmichele D´Onofrio | |||||
| Lothar Wolf | |||||
| Lothar Wolf | |||||
| Lothar Wolf | |||||
| Takuarelia | |||||
| Tapio Palmroth | |||||
| Tapio Palmroth | |||||
| Lothar Wolf | |||||
| Dag Ekmark | |||||
| Dag Ekmark | |||||
| Yuri Akopov | |||||
| François Tardieu | |||||
| Ozdal Kapmaz | |||||
| François Tardieu | |||||
| François Tardieu | |||||
| Joel Shiff | |||||
| Malcolm Davis | |||||
| Malcolm Davis | |||||
| Hamza Nar | |||||
| Malcolm Davis | |||||
| Carsten Joh | |||||
| Slava Pryadkin | |||||
| Slava Pryadkin | |||||
| Joel Shiff | |||||
| Joel Shiff | |||||
| Joel Shiff | |||||
| Stephane Lecluse | |||||
| Joel Shiff | |||||
| Dirk Schiemann | |||||
| Dirk Schiemann | |||||
| Arthur Stein |
So spielten 25 Spieler ihr erstes Match im Hauptturnier erst am Donnerstag. An diesem Tag entschieden die Matches spät am Abend oder früh am Morgen über den Einzug ins Viertelfinale.
Ein interessantes Match lieferten sich Chris Ternel aus Dänemark und Phil Laak aus den Vereinigten Staaten. Phil Laak saß vermummt in seinem Stuhl wie ein Mitglied des Ku-Klux-Klan, nur nicht in weiß sondern in grün, und schob in der in Diagramm 13 abgebildeten Stellung dem Dänen den 4er-Würfel rüber.

Chris Ternel schien so irritiert von der Kleidung des Amerikaners, daß er diesen Doppler ablehnte.
Diagram 13
Chris Ternel (3) |
Phil Laak (2) |
17-point match
Weiß am Wurf.
Cube action?!
Dies ist eine Stellung, die wahrscheinlich nicht sehr häufig auf dem Brett auftaucht. Deshalb muß sich der Mensch bei der Beurteilung einer solchen Stellung immer an Referenz-Positionen orientieren. Eine bekannte Referenz-Position für diese Art von Stellungen ist die, bei der die eine Partei zwei Steine der anderen ausgeschlossen und diese bereits 11 Steine abgetragen hat.
Die letzten beiden Steine im Board stehen auf dem 1er-Punkt. Diese Stellung ist nach einer angebotenen Dopplung erwiesener-maßen noch ein knappes Take für den Besitzer der beiden Steine auf der Bar. Kennt man diese Stellung, so muß man die Problemstellung nur noch mit der Refe-renzstellung vergleichen. Ist die Problem-stellung besser oder schlechter für die Partei mit den zwei Steinen auf der Bar?
Schwarz hat zwar seine Steine nicht auf dem 1er-Punkt, sondern auf dem 2er stehen, auch stehen da nicht nur zwei, sondern 5, da Schwarz erst acht Steine abgetragen hat, aber der Besitzer der weißen Steine hat auch noch viel Arbeit zu vollbringen, um die beiden Steine von Schwarz auszuschließen, da noch drei Punkte im Board zu machen sind und sein Baumaterial noch weit entfernt von seiner Hütte steht!
Alles in allem ist deutlich zu sehen, daß die Problemposition klar besser als die Referenzposition für Schwarz steht. Selbst falls Weiß seinen 6er- und seinen 5er-Punkt machen kann und Schwarz sich nur im 24er-Punkt festmacht, so hat Schwarz auf eine angebotene Dopplung immer noch ein Take.
Die Stellung ist zwar im Spiel um Geld kein Beaver, aber sie ist nach angenommenem 4er-Cube nur ca. 0,5 Punkte für Weiß wert. Gibt Weiß den Doppler nicht aus der Hand, so kann er mit dem Doppler auf 2 bei sich einen Gewinn von ca. 1 Punkt erwarten.
Deshalb lautet in der Problemposition die korrekte Dopplungsentscheidung: Kein Doppel Take!
Chris Ternel ließ sich gegen den vermummten Gegner auf nichts ein, lehnte ab und gewann am Ende klar.
Einen Tisch weiter saßen Shahab Godsi und Jerry Grandell und wie im Match des Dänen gegen den Amerikaner packte der 3:2 Zurückliegende einen 4er-Cube aus.

Diagram 14
Shahab Godsi (3) |
Jerry Grandell (2) |
17-point match
Schwarz muß noch eine 3 ziehen.
Godsi hatte eine Drei in der in Diagramm 14 dargestellten Position zu ziehen.
Der Besitz des Bar-Punktes kann noch sehr wertvoll sein, insbesondere dann, wenn Weiß den 24er-Punkt erobern kann.
Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund dafür, warum Schwarz auf das Maximieren der Builder und Decker
(7/4) verzichten sollte. Schwarz hat nach 7/4 zu viele Blots herumstehen.
Man sollte immer darauf achten, nicht in Stellungen mit TMP ("too many points" = zu viele Punkte) oder TMB ("too many blots" = zu viele blanke Steine) zu geraten!
10/7 ist der beste Zug! Schwarz kann hierauf, falls er nicht getroffen wird, mit Vieren und Fünfen eine 6er-Prime bauen und besitzt nur ein Blot im Außenfeld. Durch 7/4 gibt Schwarz fast 2% der Gewinnchancen ab.
Der Iraner spielte 7/4 und es kam wie es kommen sollte:

Diagram 15
Shahab Godsi (3) |
Jerry Grandell (2) |
17-point match
Weiß ist am Wurf.
Cube action?!
Der Schwede traf und setzte mit einer 3-1 zwei Steine von der Bar ein (Bar/24 Bar/22*).
Korrekte Dopplungsentscheidung: Doppel - Take.
Erstellt: akspiele OHG Copyright by Harald Johanni, Nürnberg
Zuletzt geändert am: 08. Feb. 2000